Zahnsanierung im Ausland: Bei Rechtsfragen steht der Patient oft allein

(za) Sommerzeit - da zieht es manche Menschen nicht nur in den Urlaub, sondern auch zur Zahnsanierung ins Ausland. Wer mit dem Gedanken liebäugelt, sich im Ausland mit Zahnersatz versorgen zu lassen, muss allerdings an mehr denken als an Badehose und Sonnenmilch. „Treten Probleme auf, steht der Patient meist allein", weist das Kuratorium perfekter Zahnersatz auf die schwierige Durchsetzung von Schadensersatz und Schmerzensgeldansprüchen bei Behandlungsfehlern hin.

Ein einheitliches europäisches Arzthaftungsrecht besteht nicht. Grundsätzlich kann zwar ein Gutachten oder eine Schlichtung bei einer deutschen Landeszahnärztekammer beantragt werden. Die deutschen Behörden haben aber keinerlei Einfluss auf die Bereitschaft des Arztes zur Mitwirkung. An einer Schlichtungsverhandlung wird ein ausländischer Arzt alleine auf Grund der räumlichen Entfernung nicht teilnehmen. Zuständig sind - wenn keine abweichenden Vereinbarungen getroffen wurden - die Gerichte vor Ort. Viele Berichte zu diesem Thema beruhigen Patienten mit dem Hinweis darauf, dass das Medizinproduktegesetz europaweit gilt. Dazu Professor Klaus Lehmann vom Kuratorium perfekter Zahnersatz: „Die Umsetzung in nationales Recht fällt recht unterschiedlich aus: In einigen Ländern ist die Überwachung sehr streng, in anderen eher lax."

Noch unsicherer sind die Rechtsansprüche, wenn der Arzt nicht innerhalb der EU niedergelassen ist. Außerdem erhält, wer über die EU-Grenzen reist und beispielsweise in die Türkei oder nach Thailand zur Behandlung jettet, von den Kassen kein Geld. Private Auslandskrankenversicherungen tragen lediglich die Kosten von Notbehandlungen.

„Ein weiteres Problem ist die Qualität", warnt Lehmann. Eine Studie des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz und des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik der Universität Mainz, zu Ergebnisqualität und Kosteneffektivität zahnärztlich-prothetischer Versorgungen im (Nicht-EU-)Ausland, kam zu dem Ergebnis, dass lediglich rund 23 Prozent der 60 begutachteten Patienten einen zufrieden stellenden Zahnersatz erhielten. Ähnlich äußert sich 2003 eine Marktanalyse der Dänischen Bundesinnung der Zahntechniker über den Import von Zahnersatz aus Nicht-EU-Ländern. Die Qualität der Arbeiten erwies sich dabei als erheblich unterdurchschnittlich. „Muss der Patient sich erneut im Ausland behandeln lassen, kann das zunächst günstige Angebot schnell zur teuren Angelegenheit werden", rät deshalb Professor Lehmann zur Vorsicht.

Quelle: Pressedienst Zahnersatzaktuell Ausgabe 5/2006

(za) Sport ist gesund, aber manchmal ist er auch gefährlich. Werder Bremens Torwart Andreas Reinke zog sich erst kürzlich bei einem Zusammenstoß mit einem Abwehrspieler mehrere Brüche im Gesicht zu. Leicht kann dabei außerdem der Kiefer gefährdet sein. „Deshalb sollten Aktive kampfbetonter Sportarten einen Mundschutz tragen", empfiehlt das Kuratorium perfekter Zahnersatz.

Boxer nutzen grundsätzlich einen Mundschutz. Und bei den derzeit laufenden Olympischen Winterspielen in Turin geht kein Sportler „oben ohne" aufs Eis. Aber auch die Zähne anderer Freizeit- und Berufssportler sind potenziell gefährdet und sollten besser geschützt werden. Das hat der Profifußballer Michael Thurk selber leidvoll erfahren müssen. Der Mittelstürmer erlitt bei einem Zweitligaspiel eine schwere Kieferverletzung und schlug sich mehrere Zähne aus. Sein Kontrahent wurde ohnmächtig, als er zwei Zähne in seinem Bein stecken sah.

Auch ein Sturz beim Fahrradfahren oder Inlineskaten kann beispielsweise zum Verlust von Frontzähnen führen. Das geänderte Freizeitverhalten hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Verletzungen an Mund und Kiefer steigen lassen. Ein individuell angefertigter Mundschutz bietet hier eine effektive Prävention. Der Zahnarzt nimmt dafür einen Abdruck. Nach seinen Angaben wird dann im Dentallabor der Mundschutz nach Maß angefertigt. Dieser kann zwar keinen Kieferbruch verhindern, ist aber ein wirksamer Schutz der Zähne. „Damit kann sich jeder leicht Kosten und Leid einer sportbedingten Verletzung der Zähne ersparen", so das Kuratorium.

Quelle: Pressedienst Zahnersatzaktuell Ausgabe 2/2006






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